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Pinball FX 2: Mars (Review)

21. April 2011

Gut vier Monate nach dem Paket mit vier Tischen um Charaktere aus dem Marvel-Universum gibt es endlich neues Futter für Pinball FX 2. Frisches Tischfutter soll’s ja gottlob künftig deutlich häufiger geben. Für Mars möchte ZEN-Studio 240 Points. Das ist völlig ok, obwohl es lediglich ein Port von der PS3 ist. Mit dem gleichen Geld kommt man an einem echten Flippertisch maximal zwei Spiele weit.

Pinball FX 2: Mars (Logo)

Über den Mars und all solche Dinge

„Mars“ hat dabei – Überraschung – den längst überfälligen Weltraum zum Thema. Und so wird farblich neben schwarz auch mit viel blau, viel orange, viel blau und viel blau gearbeitet. Auch die sprichwörtlich unendlichen Weiten spiegeln sich im Aufau des Tisches wieder: Man hat ungewöhnlich viel Raum, so gut wie alle Elemente sind im oberen Drittel des Tisches platziert. Das hat auch spielerisch Auswirkungen: Dadurch, dass der Mittelteil sehr offen gehalten ist, prallt auch ein schlecht gezielter Ball nur höchst selten so zurück, dass ein Ballverlust schwierig oder gar unmöglich zu verhindern ist. Und wenn doch, macht auch das oft nichts, da gerade die Outlane-Retter, die „Kickbacks“, sehr einfach zu aktivieren sind. Auch die Rampen sind äußerst gnädig gestaltet. Kommt die Kugel von einer Rampe zurück weil hinter dem Schuss nicht genug Schmackes war, geschieht das grundsäztlich nie so, dass die Kugel zwischen den Flippern durchrutscht. (Was mitunter bei „Wolverine“, „Earth Defense“ oder dem Alpha-Bestrafer aka „Rome“ der Fall ist.) Mars geht sogar so weit bei der linken Rampe die Physik zugunsten des Spielers zu manipulieren. Über eine derartige Manipulation ließe sich streiten, ist tue es an dieser Stelle nicht. Ansonsten verrichtet die Physikengine ihr Werk wie üblich makellos.

Wie jeder Flipper der letzten 30 Jahre bietet auch Mars diverse Modi („Missions“), die sich über gezielte Schüsse auf bestimmte Ziele erst aktiviert und danach meist unter Zeitdruck gelöst werden wollen. Wer sich geschickt anstellt und die Missionen erfüllt wird nicht nur mit fetter Punktebeute belohnt, sondern schaltet so letzten Endes auch die „Final Mission“ frei. Erledigt man die, geht der Spaß mit vollerem Punktekonto wieder vorne los. Die diversen Modi sind dabei ebenso gnädig wie das Layout des Tisches und mit einer Ausnahme auch für weniger geübte Spieler durchaus machbar. Zur Abwechslung sind die Modi in der Hilfe sogar vergleichsweise ausführlich und eindeutig erklärt.

Pinball FX 2 / Mars: Ganzer Tisch in der ÜbersichtPinball FX 2 / Mars: Ganzer Tisch in der Übersicht

Noch eben das generell eher gemächliche Tempo des Tisches noch mit etwas relaxten Lounge-Trance und spärischen Effekten unterlegt und fertig ist der Chiller-Tisch. Denn auch die Regeln sind nicht übermäßig komplex. Es keine weder gesonderte Miniplayfields noch LED-Spielchen. Man hat lediglich drei Flipper und auch Konzept sowie Regeln sind schnell verinnerlicht. Da auch fast alle Orbits, Holes und Rampen relativ einfach zu treffen sind, lässt sich der Ball seeeehr lang im Spiel halten und in der Folge auch ein vergleichsweise hoher Score erzielen.

Das alles macht Mars besonders dann zu einem guten Tisch, wenn man bisher kaum oder gar keine Flipper-Erfahrung hatte. Oder einfach eine entspannte Feierabenkugel schieben möchte. Echte Cracks dürfte der Tisch hingegen schnell unterfordern und langweilen – zumindest auf längere Sicht. Vom Anspruch her ordne ich ihn auf gleicher Höhe mit „Spider Man“ aus dem Marvelpaket ein.

Also… meistens. Denn da war ja noch eine Ausnahme. Eine Hauptmission, die auf den Namen „Pyramid Defense“ hört und ordentlich nervig ist. Ein 3-facher Multiball, bei dem man alle Rampen und Orbits sechs Mal treffen muss. Das ist aufgrund der einsteigerfreundlichen Architektur kein Problem. Einer der drei Bälle darf in dem Modus flöten gehen. Auch das ist naturgemäß überhaupt kein Problem. Problematisch ist es hingegen einige der sechs „Targets“ zu treffen. Ich habe mit meinen zwei verbleibenden Bällen gestern gefühlte 15 Minuten lang probiert das letzte verbleibende Target, das verdammeleite „M“ von „MARS“, zu treffen. Zur Krönung zählen die Targets natürlich nur, während sie gerade blinken, was sie meist (richtig geraten!) nicht tun. Hass. Gezielt lässt sich das „M“ quasi unmöglich treffen und der Erfolg der Mission braucht somit eine gute Portion Glück beim Abprall- und Bandenspiel. Das Witzigste steht dann aber noch bevor: Beide Bälle sind zum Abschluss in der linken Outulane zu versenken. Jener grausame Ort, wo Bälle grundsätzlich nur dann landen, wenn sie es nicht sollen und auf diesem Tisch sowieso fast nie. Juhu! Nun gut, es hat auf jeden Fall einen guten Grund, warum es für das Lösen dieser Mission eines der drei Achievements gibt. Somit kann ich leider zur finalen Mission kann ich noch nichts sagen, außer dass der im Spiel beschriebene Lösungsweg fast harmlos klingt.

Finally

Mir gefällt Mars, weil ich die entspannte Atmosphäre mag, der Tisch einen guten Flow und ein stimmiges Konzept hat. Zudem ist es mal ganz nett auch mal etwas mehr Kontrolle über den Ablauf zu haben als üblich. Denn es ist schon nach kurzer Zeit offensichtlich, was in der aktuellen Situation zu tun ist. So kann man sich sehr schnell um das „wie“ kümmern, anstatt sich ewig und vier Tage mit dem „was“ herumzuschlagen. Oder mit einem „wie“, dass einen permanent illusorischen Beigeschmack hat.

Dazu sind die Missions auch visuell durchaus schick in Szene gesetzt. Shuttles fliegen über den Bildschirm, Satelliten kreisen, Kräne platzieren Ziele auf dem Spielfeld. Last but not least wuselt eine kleine Roboterspinne rum, die als Kickback über die Outlanes wacht und die Bälle herausfischt, die doch mal dort landen. Sweet! ZEN-Studio nutze die Vorteile eines Videospielflippers gegenüber seinen realen Brüdern nicht zu knapp. Nicht selten gar spielerisch sinnvoll. Und auch wenn vieles selbstzweckhaft verspielt ist, bleibt es ohne ernsthaft störende Konsequenz für den Spielablauf. Sehr viel unterhaltsamer kann man diesen Part in einem Flipper nicht umsetzen. Zumindest nicht ohne die Gefahr, sich zu weit vom realen Vorbild zu entfernen. Zu guter letzt ist es auch einmal mehr beachtlich, wie gut das zugrundelegende Thema mit dem Aufbau des Tisches und der audiovisuellen Prägung aufeinander abgestimmt wurden.

Der Tisch ist zwar nicht die ganz große Offenbahrung, spielt sich aber nichtsdestotrotz aboslut rund. Hatte ich eigentlich erwähnt, dass der Tisch wirklich Einsteigerfreundlich ist? Ja? Gut! Schlussendlich kann ich jedem Interessierten einen unverbindlichen Selbstest ans Herz legen. Ich leiste auch etwas Starthilfe.

Appendix

Starthilfe

Mars-Trailer


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From → verspielt

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