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Drive

29. Februar 2012
Drive

Drive

Ein Monster von einem Film, der mir auf der Leinwand doppelt so gut gefallen hat, wie im Heimkino.

Die erzählerische Prämisse ist im Kern nicht mal irrsinnig spektakulär: Die coolste Sau der westlichen Welt, Ryan Gosling, spielt einen introvertierten Stuntmen, der tagsüber vor allem in der KFZ-Werkstatt von Shannon aka Mr. White Bryan Cranston vor sich hin schraubt. Nachts hingegen verdient er seine Kohle damit, Verbrecher von T, wie Tatort, nach S, wie Safehouse, zu kutschieren. Kompliziert wird’s, als er mit einem süßen Mädel anbandelt und nicht anders kann, als ihrem frisch aus dem Knast entlassenen Mann unter die Arme zu greifen.

Das der Film mächtig regiert liegt nicht am „was?“, sondern am „wie?“. An seinen guten und zudem stark gespielten Figuren. Daran, dass Kamera und Bilder die in jeder Hinsicht gefühlvolle Inszenierung dabei perfekt, geradezu poetisch einrahmen. Und Regisseur Refn kriegt dabei von Romantik bis zu höchst schmerzvoller Gewalt (die im Impact Martin Scorsese in nichts nachsteht) ein durchaus beachtliches Spektrum unter die Motorhaube. Dazu ist auch der Soundtrack unendlich groß: Atmosphärischer Ambient trägt den Großteil der oft mit Zeitlupen und Nahaufnahmen garnierten Bilder, Akzente werden von lizensierten Stücke mit hartem 80er-Einschlag gesetzt.

Es gibt genau nichts an dem Film, was mich stört – zumal er, im Gegensatz zu Valhalla Rising, ein durchweg überzeugendes Drehbuch hat. Eines, in dem die Dialoge sitzen. Eines, das die Figuren nicht quatschen, sondern reden lässt. Und selbst wenn sie nicht reden, kommunizieren sie miteinander, da Refn ihnen ungewöhnlich viel Raum für Körpersprache eingesteht – den die Darsteller auch zu nutzen wissen. Ein Stück deutet die Essenz des Filmes angemessen an, ohne (wie der Trailer mal wieder) zu viel vorwegzunehmen:

Kavinsky – Nightcall (Drive 2011 OST)
[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=WD8obvIK720%5D

Und nun geht den gucken, ihr Lappen!

Was die Synchronisation angeht, würde ich dem dt. Trailer nach schwer zu OmU oder OV raten. (Sie ist, bis auf einen Totalausfall in mindestens einer Nebenrolle, nicht ernsthaft schlecht. Aber gerade wenn Emotionen ernsthaft wichtig sind, gibt es eigentlich nie eine Alternative zur Originalfassung – im Dubbing gehen so gut wie immer entscheidende Nuancen verloren, die die Wirkung einer Szene komplett entstellen können. Was im Trailer schon bei einer vergleichsweise unwichtigen Szene der Fall ist.)

Nun, dann muss als nächstes wohl die Pusher-Trilogie von Refn her. Und Bronson.

From → filmriss

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